Dürfen die Opfer von Paris gezeigt werden? Ein Kommentar.

Wenn ich die Gesichter der Paris-Opfer in den Medien sehe, kann ich meine Trauer besser einordnen. Trotzdem entsteht ein fader Beigeschmack.

Ich habe nach den Terroranschlägen in Paris ein paar Tage mit mir gehadert, ob ich diesen Kommentar, der am 18. November 2015 auf ze.tt erschien, schreibe. Ich habe mich schließlich zu einem – Ja – durchgerungen, weil ich es wichtig fand, zu sagen, dass mir Opferbilder helfen, um Tragödien zu verstehen.

Natürlich meine ich damit keine Fotos blutverschmierter Menschen, die gerade um ihr Leben fürchten oder das schon verloren haben. Das ist Skandal-Journalismus und hat mit der Aufarbeitung eines Verbrechens wie dem in Paris nichts zu tun. Bilder allerdings, die mir zeigen, wer da gestorben ist und wie die/der zuvor gelebt hat, machen mir solch eine Katastrophe wie die in Paris verständlicher, greifbarer, weil nahbarer. Ich sehe die Gesichter der Toten als sie noch lebten und kann mir erst dann richtig vorstellen, wer da gestorben ist.

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