Die Bücherblogger

Druck
Auf der Leipziger Buchmesse erhalten Literatur-Blogger dieses Jahr längst überfällige Aufmerksamkeit.

Das Buch ist das älteste Medium, das es gibt. Im Grunde genommen ist es gar kein Medium, sondern nur sein Träger – ähnlich verhält es sich mit Weblogs. Sie tragen Informationen ihrer Autoren durchs Internet. Eigentlich nichts Neues. Für die Veranstalter der Leipziger Buchmesse jedoch schon, verbinden sie doch dieses Jahr erstmalig (es ist 2015, das Internet gibt es gefühlt seit man den Gameboy nicht mehr nur in grau kaufen kann) ihre Veranstaltung, die dem ältesten Informationsträger huldigt, mit dem, was neue Medien zu bieten haben. Dabei lassen sie sich nicht lumpen und veröffentlichen gleich noch ein Youtube-Video, das – unaufgeregter geht es kaum – Oliver Zille, den Direktor der Leipziger Buchmesse, zeigt, wie er vier Minuten lang das Konzept von „buchmesse:blogger“ erklärt.

Demnach haben dieses Jahr erstmalig Literatur-Blogger die Möglichkeit, sich in einer Blogger-Lounge zu informieren, zu vernetzen und eben zu bloggen. 15 „Bloggerpaten“ durften sogar jeweils eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse vorab rezensieren. „Es ist überfällig, dass Blogger als wichtige Multiplikatoren von den Messeveranstaltern wahrgenommen werden“, sagt Wolfgang Tischer, Gründer von literaturcafe.de.

Die Neuerung zeige, so Tischer, „dass es selbst in der vermeintlich alten Welt des Buches noch Chancen auf neue Möglichkeiten gibt!“, wie pathetisch. Doch da ist was dran, denn während sich die meisten täglich nur noch durch Tweets und Timelines scrollen, bleibt der analoge Seiten-Senior im Regal liegen. Dass das auch für seinen Kollegen die Tageszeitung gilt, ist schon lange kein Geheimnis mehr: „Den Messeveranstaltern ist, glaube ich, erst jetzt bewusst geworden, dass das Print-Feuilleton teilweise an Bedeutung verliert, weil die Zeitungsleser immer weniger werden.“ Die Leipziger Buchmesse dient somit also als später Vorreiter, an dem sich auch die Frankfurter Veranstalter für ihre Messe im Herbst orientieren muss, da sie „sonst in der Szene eher schlecht dastehen würde“, sagt Tischer. Er selbst referierte bereits vor vier Jahren – zusammen mit Verlagen-, wie die Zusammenarbeit zwischen Weblogs und Verlagen zukünftig gestaltet werden könnte. Wäre doch damals ein Messemitarbeiter kurz stehen geblieben und hätte zugehört. So aber „ist es“, Ironie aus: „schön, wenn sich jetzt etwas tut“ – und sei es, Phrase an: „Besser spät als eben nie“, meint der Blogger. Ein wahres Wort – off- und online.

You Might Also Like

No Comments

    Leave a Reply

    Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.